Reisetipp Zermatt

Gepostet am 14. Oktober 2015 von Fotoschule Baur

Herbsttage in den Bergen geniessen. Ein Reisetipp von unserer Praktikantin Saskia Zegg.

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Wer kennt ihn nicht, als Wahrzeichen, Werbeträger auf Schokolade oder als Motiv für tausende von Bildern.Ein Gipfelziel für viele Bergsteiger, das Matterhorn. Mit seinen 4478 Höhenmeter wirkt er nahezu gigantisch und zieht jeden Blick auf sich. Besonders im Herbst lohnt sich ein Ausflug nach Zermatt sehr. Die, in diesem Monat, bunten Farben der Natur, plus die klare Fernsicht lässt wunderschöne Aufnahmen zu. Darum entschieden wir uns, spontan, für einen Kurztrip nach Zermatt. Ich freute mich wie ein kleines Kind, da ich zum ersten Mal dorthin fuhr und möchte Ihnen nun unsere Reise aus meiner Sicht erzählen…

Mit dem Zug ging es von Zürich nach Visp und von dort aus weiter mit dem Matterhorn Express nach Zermatt. Etwas länger als eine Stunde dauert die Fahrt von Visp nach Zermatt und genau so lange wartet man sehnsüchtig bis der bekannte Gipfel endlich erscheint! Und auf einmal ist er da, grösser und mächtiger als er auf jedem Bildern erscheint. Ein weiterer Grund warum man den Blick auch nicht von ihm lassen kann.
In Zermatt angekommen fühlt man sich ein wenig wie in einer anderen Welt. Keine Autos, wenig Lärm und null Hektik, dafür Pferdekutschen und Elektro-Fahrzeuge. Diese holen die Gäste am Bahnhof ab und bringen sie zu ihrer Unterkunft, wobei sie gerne zügig durch die zum Teil engen Passagen fahren. Das Dorf hat seinen Charme, traditionelle alte Bauernhäuser aus Holz welche durch die Jahre immer dunkler geworden sind. Sie treffen mit ihren weissen Fensterrahmen und Blumen auf moderne Hotelanlagen im alten und neuem Stil Beim Abendessen gab es zuerst kleine Kommunikationsschwierigkeiten mit den Einheimischen und deren Dialekt doch Schlussendlich konnten wir passend zur Jahreszeit noch etwas Wild geniessen.

Am Morgen hiess es früh aus den Federn, genauer gesagt am viertel vor sechs. Draussen noch Stockdunkel, begaben wir uns Richtung Gornergradbahn. Die erste Bahn fuhr leider erst gegen sieben Uhr, so ging die Sonne schon auf während wir noch in der Bahn sassen. Zum Glück konnte ich noch ein-zwei gelungene Bilder machen trotz Fensterspiegelung. Oben angekommen auf gut 3000 Metern packten wir uns zuerst dick ein, wie im tiefsten Winter mit Mütze, Jacke, Handschuhen und Schal. Der Ausblick war gigantisch, das Matterhorn rot von der Morgensonne und der Rest noch in Schatten gehült. Die Kamera lief heiss.

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Eine gute halbe Stunde später und noch immer an der gleichen Stelle beim Kulmhotel, wurde es endlich Zeit für Kaffe und Z’Morge, wobei das Frühstück aus einem butterlosen Butterbrezel und einem Apfelstrudel bestand, mehr liess das Budget nicht zu. In Zermatt sind die preise äquivalent zur Höhe des Matterhorns.

So, aber nun ab die Post, die Sonne zeigte sich von ihrer besten Seite und es wurde ziemlich warm. Die erste Stunde liefen wir den Wanderweg in der Nähe der Bahn talabwärts Richtung Riffelsee, welcher wohl einer der bekanntesten Motive in Verbindung mit dem Matterhorn ist.
Urplötzlich überraschte uns, mitten auf dem Wanderweg, ein einzelner und wohl echter Steinbock! Mir blieb kurz der Atem stehen und ich dachte das Tier würde sofort wegrennen. Zu meinem grossen Erstaunen tat er das nicht. Er sah und an, frass gemächlich weiter und behielt seinen Sicherheitsabstand von ca. fünf Metern bei, wass mir ermöglichte tolle Aufnahmen zu machen.

In der Nähe dieses Geschehens tummelten sich eine Gruppe asiatischer Touristen, die den Steinbock gar nicht bemerkten oder bemerken wollten. Wir machten sie auf ihn aufmerksam, doch scheinbar scheinen alte Einheimische nicht besonders interessant zu sein. Ich begab mich in Richtung Riffelsee und versuchte zwischen der Horde Fotosüchtiger Asiaten einen Menschenfreien Punkt für ein Bild zu finden, was mir nach einiger Zeit glücklicherweise auch gelang. Nach einer Weile bemerkte ich, dass meine bessere Hälfte verschwunden war. Er erwies sich als Steinbockflüsterer und beobachtete das Tier beim trinken an einem ruhigen kleinen See wobei kurzerhand noch ein Selfie mit dem stolzen Tier gemacht wurde. Der Bock zog seiner Wege und wir unseren. Wir liefen nun Richtung Riffelberg auf einem menschenleeren Wanderweg.

Gute drei Stunden waren wir so unterwegs mit vielen Fotopausen als langsam unsere Mägen Hunger meldeten. So liefen wir noch eine Weile Richtung Riffelalp wo wir uns im Restaurant Chämi Hitta auf 2114 Metern Wurstsalat und Käässchnitte gönnten. Wer wandert muss auch essen!

Wir entschieden uns dann mit der Bahn wieder runter ins Tal zu fahren um von Dort aus die nächste Tour aufs „Klein Matterhorn2 in Angriff zu nehmen. Dort befindet sich die höchstgelegene Bergstation Europas auf 3883 Metern.

Mit drei Gondeln geht es via „Furi“, einem kleinen Weiler oberhalb von Zermatt, über den von der Gletscherschmelze geprägten Trockenen Steg hinauf zum kleinen Matterhorn und dem Gletscher Plateau Rosa wo sich bereits Ski Teams für den Winter vorbereiten. Aus der Gondel ausgestiegen gilt es wieder Jacken, Mützen und Handschuhe anzuziehen, denn es herrschen eisige Temperaturen. Kurz mit dem Lift nach oben schon erreicht man die Aussichtsplattform auf welcher sich schon ein paar Asiaten tummelten. Sogar jemanden mit kurzen Hosen und Shirt war anzutreffen, beim blossen Anblick zitterte mein ganzer Körper im Gedanken an die vorherrschende Kälte. Die Aussicht übertraf sogar die horrenden Ticketpreise von fünfzig Franken, was ich wirklich als Wucher empfinde. Nur schade, dass das Matterhorn von Wolken umgeben war. Trotzdem eine wunderschöne Kulisse welche tolle Aufnahmen ermöglichte.

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